Wochenendflug nach Calvi, Korsika

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Der zweite Auslandflug im 2016 brachte drei Flugzeuge, sechs Piloten und drei Fluglehrer sowie eine Passagierin nach Calvi, Korsika. Am Samstag ging’s zuerst von Wangen-Lachen nach Locarno, wo wir den Zoll erledigten und die Flugzeuge tankten. Danach flogen wir an die italienische Küste nach Villanova d’Albenga. Nach einem kurzen Snack… Weiterlesen

Auslandflug nach Losinj, Kroatien

Um unseren Piloten eine Horizonterweiterung und ein nicht ganz alltägliches Erlebnis zu bieten, führt eine kleine Gruppe von uns Fluglehrern in Wangen-Lachen zweimal im Jahr begleitete Auslandflüge durch. Mit drei vierplätzigen Piper Warrior oder Archer, beladen mit je einem Fluglehrer und zwei bis drei Piloten, geht’s vom Heimatflugplatz in verschiedene Himmelsrichtungen in’s nähere (und teils auch etwas entferntere) Ausland. Am Wochenende vom 28. und 29. Mai war Losinj (Kroatien, LDLO) das Ziel der Reise.

Die knapp 1'700 Kilometer lange Route: Wangen-Lachen (LSPV) - Innsbruck (LOWI) - Klagenfurt (LOWK) - Losinj (LDLO) - Graz (LOWG) - Salzburg (LOWS) - Wangen-Lachen (LSPV).

Die knapp 1’700 Kilometer lange Route: Wangen-Lachen (LSPV) – Innsbruck (LOWI) – Klagenfurt (LOWK) – Losinj (LDLO) – Graz (LOWG) – Salzburg (LOWS) – Wangen-Lachen (LSPV).

Als am Freitagabend feststand, dass ein Flug durch die Österreicher Alpen am Samstagmorgen voraussichtlich möglich sein würde, starteten wir die Detailplanung. Via Innsbruck und Klagenfurt sollten uns drei Legs – eines pro Pilot – an die Kroatische Adriaküste führen. Nachdem die Notams überprüft, die Flugpläne aufgegeben und der Zoll angemeldet war, genossen wir noch ein kurzes Abendessen im Restaurant Flugplatz in Wangen-Lachen.

Am Samstagmorgen starteten wir dann gegen acht Uhr auf der Piste 08 in Wangen, flogen den Schauern in der Schweiz davon und erreichten bei sehr guten Verhältnissen via Arlberg den Flughafen Innsbruck, wo die erste kurze Pause und ein Crew-Wechsel bevorstanden. Auf den weiteren Legs wurde das Wetter immer besser: Der Flug durch die Österreicher Alpen, vorbei an Zell am See, nach Klagenfurt am Wörthersee war bei guter Sicht und wenigen Wolken ein Highlight und am Ziel begrüsste uns die Sonne mit angenehm warmen Temperaturen.

Das letzte Leg des Tages führte dann via Ljubljana – auf 8’500 Fuss quer durch den Luftraum des Flughafens – an die kroatische Küste. Ein einmaliges Erlebnis, mit dem Flugzeug an einem Tag vom Regen in der Schweiz durch die Österreicher Alpen und ans Meer an die Sonne Kroatiens zu fliegen. Das Panorama bot an diesem Tag einfach alles und ist wohl schwer zu überbieten!

In Losinj angekommen, kühlten wir uns kurz im Wasser der Hotelbucht ab und machten uns sogleich an die Planung für den nächsten Tag: Via Graz und Salzburg wollten wir um das schlechter werdende Wetter und die Alpen herum zurück nach Wangen-Lachen fliegen. Am Abend gab’s bei ausgezeichnetem Essen im Dorf von Losinj vieles zu erzählen und diskutieren, hatten doch die Piloten in den drei Flugzeugen viel Ähnliches aber auch Unterschiedliches erlebt. Ein gemütlicher Abend unter Piloten, da fehlt es eben nie an Gesprächsstoff!

Am Sonntag ging’s dann nach einem ordentlichen Frühstück im Hotel zurück zum Flugplatz von Losinj und von da aus den VFR-Routen entlang durch Kroatien und Slowenien nach Graz. Das Wetter während diesem ersten Leg war traumhaft und liess noch nicht erahnen, dass die schlechten Prognosen für die Alpen tatsächlich zutreffen würden. Von Graz nach Salzburg spielte das Wetter ebenfalls wunderbar mit: wir konnten die Route wie geplant durch die Berge und via Hallstätter See fliegen.

Am Sonntag geht's wieder los nach Norden. Bei der Überquerung des Meeres dürfen - schon nur aufgrund der einmaligen Fotos - die Schwimmwesten nicht fehlen.

Am Sonntag geht’s wieder los nach Norden. Bei der Überquerung des Meeres dürfen – schon nur aufgrund der einmaligen Fotos – die Schwimmwesten nicht fehlen.

Das sollte sich jedoch bald ändern: Kaum in Salzburg angekommen, informierten uns unsere Kollegen, die mit den schnelleren Flugzeugen und etwas kürzeren Pausen bereits früher da waren, dass sie nur eine sehr kurze Pause machen würden, um möglichst noch vor den Gewitterzellen, die sich über der Schweiz und Süddeutschland zu bilden begannen, zurück in Wangen zu sein. Auch wir schalteten einen Gang höher und machten im Hangar 7 – dem Hangar/Museum der Flying Bulls – nur noch die Vorbereitung für den Rückflug. Danach ging’s zügig zurück zum Flughafen und bald waren wir wieder bereit für den Abflug. Doch daraus wurde nichts mehr: Kurz vor unserem geplanten Start informierte uns der Fluglotse, dass unsere Kollegen mit ihren zwei Flugzeugen aufgrund starken Regens und Gewittern bereits in Kempten landen mussten und es nicht bis nach Wangen-Lachen geschafft hatten.

Für uns war sofort klar, dass sich bei diesen massiv verschlechterten Bedingungen ein Start nicht lohnen würde und wir lieber am Boden blieben, als mitten auf der Strecke wieder umkehren zu müssen. Das Wetter hatte sich in der kurzen Zeit so stark verschlechtert, dass die einzig sinnvolle Variante der Rückflug am nächsten Tag war. Die Verzögerung hatte jedoch definitiv auch Vorteile: Wir nahmen uns doch noch etwas Zeit, um uns im Hangar 7 umzuschauen und genossen einen sehr gemütlichen und lustigen Abend zu viert bei Wiener Schnitzel, Kaiserschmarrn und Mozartknödel. Der Rückflug am Montagmorgen verlief dann ohne Probleme: via Chiemsee, Starnberger See und Kempten bot uns das Wetter eine einmalige Stimmung und beste Sichtflugbedingungen.

Etwas müde, aber um viele bleibende Erlebnisse reicher, kamen wir gegen Mittag nach einem letzten, über zweistündigen Leg in Wangen an. Das Wochenende hatte in jeder Kategorie alles zu bieten: Terrain von Gebirge bis Meer, Wetter von ausgezeichnet bis miserabel und Temperaturen zwischen Sommer, Frühling und Winter (naja, letzteres zumindest fast). Ein toller Ausflug, den wir alle unbedingt weiterempfehlen können und den wir so schnell nicht wieder vergessen werden. Wir Fluglehrer freuen uns auf jeden Fall schon wieder auf den nächsten Auslandflug: Dieser findet am Wochenende vom 24. und 25. September statt. Mögliche Ziele stehen noch nicht fest, aber Europa hat fliegerisch noch einiges zu bieten!

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Aero Friedrichshafen 2016

Die Aero Friedrichshafen ist in Europa die Luftfahrtmesse schlechthin, wenn’s um kleine Flugzeuge geht. Alle namhaften Hersteller präsentieren in den Hallen der Messe Friedrichshafen ihre neuesten Modelle und auch die Zulieferer und Hersteller von Instrumenten, Cockpitzubehör und vielem mehr sind in grosser Zahl vertreten: Cessna, Piper, Cirrus, Diamond, Extra, Garmin, Jeppesen und viele mehr.

Verständlich, dass viele Piloten per Flugzeug hinreisen möchten, befindet sich doch die Messe gleich auf dem Flughafengelände. Im Minutentakt landen dann einmal im Jahr während ein paar Tagen parallel auf der Hartbelags- und der Graspiste Kleinflugzeuge in allen Grössen, Farben und Formen. Verständlich, dass so etwas gut organisiert sein muss: Wer hinfliegen will, braucht einen sogenannten Slot, ein Zeitfenster, in welchem man ankommen muss, damit die Landung gestattet ist. Die Slots sind sehr beliebt und in der Regel innert weniger Stunden ausgebucht.

Umso überraschter war ich, als ich am Mittwochmorgen, 20. April, ins Slot-System reinschaute und da doch tatsächlich für den Donnerstag ein Slot mit Ankunftszeit zwischen 0900 und 0920 Uhr LT (Lokalzeit) frei war. Als Bestandteil einer Intensivwoche mit Etienne hatten wir am Donnerstag bereits den ganzen Tag eine Cessna C152 reserviert. Es erübrigt sich wohl, dass Etienne als angehender Privatpilot begeistert war von der Idee, einen der Ausbildungsflüge nach Friedrichshafen zu machen und sich uns dort die Messe anzuschauen.

Nachdem der Slot organisiert war, brauchten wir noch eine Zollerklärung sowie einen Flugplan, da es sich um einen grenzüberschreitenden Flug handelte. Die Zollerklärung kann für Flüge ab dem Flugplatz Wangen-Lachen online abgegeben werden. Die Polizei macht dann von Zeit zu Zeit Stichkontrollen um sicherzustellen, dass alle Vorschriften eingehalten werden. Den Flugplan haben wir über skybriefing.com aufgegeben: Das ganze ist sowieso Bestandteil der Privatpilotenausbildung.

Die Polizei erschien diesmal nicht und so setzten wir uns in’s Flugzeug und starteten pünktlich um 0820 Uhr in Richtung Friedrichshafen. Der Flug führte uns durch die Kontrollzone (CTR) Dübendorf zum Drehfunkfeuer “Zürich East” (VOR ZUE) und via Konstanz zum Meldepunkt “November” nordwestlich des Flughafens. Als wir uns dem Meldepunkt näherten, galt es den “Lookout” zu verstärken: Wir überwachten den Luftraum um uns herum intensiv und entdeckten tatsächlich mehrere Flugzeuge, die ebenfalls zur Aero flogen. Noch vor Erreichen des Meldepunktes “November” stellten wir sicher, dass wir genügend Abstand zu den anderen Flugzeugen hatten und so wurde uns, als wir dort ankamen, auch gleich die Erlaubnis erteilt, zum Queranflug der Piste 24 zu fliegen.

Ein glücklicher Etienne nach der Ankunft in Friedrichshafen EDNY. Um 0920 Uhr und damit eher früh angekommen, ist die Parkfläche noch halb leer.

Ein glücklicher Etienne nach der Ankunft in Friedrichshafen EDNY. Um 0920 Uhr und damit eher früh angekommen, ist die Parkfläche noch halb leer.

Wir bekamen dann auch gleich schon die Landeerlaubnis und flogen parallel zu einem Flugzeug, welches auf der Hartbelagspiste landete, auf die Graspiste “RWY 24 Grass” an. Nach einer ereignislosen Landung wartete bereits der Marshaller auf seinem Quad auf uns und wies uns einen Parkplatz zu. Schnell alles eingepackt, was wir benötigten, und schon waren wir auf dem Bus zur Messe. Nachdem wir die Landegebühren bezahlt und die Tickets erhalten hatten startete das Erlebnis “Aero Friedrichshafen”. (Vielen Dank an den “aerokurier” bzw. die “Flug Revue” und an die unbekannten Herren in der Schlange neben uns, die uns den Eintritt gesponsert haben!)

Über den Messebesuch könnte ich wohl noch viele Zeilen schreiben, ich möchte mich aber auf ein paar Highlights beschränken und die Bilder in der Galerie unten für sich sprechen lassen. Draussen gefielen mir vor allem der Cessna/Beechcraft-Stand mit den Skylane und Skyhawk sowie dem King Air, für mich nach wie vor eines der eindrücklichsten Flugzeuge überhaupt, sowie der Sikorsky CH-53 der Bundeswehr: ein Riesenhelikopter.

In den Hallen schauten wir uns vor allem die vierplätzigen Single Engine Piston Flugzeuge genauer an: Cessna, Piper, Cirrus, Diamond, Robin etc. Altbewährte Flugzeuge mit vielfachen Verbesserungen und Modifikationen. Für mich auffällig war die grosse Anzahl mit Rotax motorisierter Tandemzweiplätzer ähnlich der Blackshape Prime: Ein echtes “Spielzeug für Männer”, mit etwas Jet-Feeling und ordentlich Speed, alles bei einem enorm geringen Verbrauch. Meiner Meinung nach hat dieses Konzept grosses Potenzial und ich bin gespannt, wie viele dieser Flugzeuge wir in Zukunft am Schweizer Himmel sehen werden! Und zuletzt waren natürlich auch die vielen Hersteller von Pilotenzubehör spannend. Von Kartenmaterial über Headsets und Pilotentaschen zu Fliegerkombis: Alles, was das Pilotenherz begehrt!

Eine rote WACO YMF-7, ein dreiplätziger Doppeldecker, ausgestellt an der Aero Friedrichshafen 2016.

Etwas für Nostalgiker, diese WACO YMF-7: Sie wird in den USA produziert und lässt sich auf vielfältige Weise individualisieren.

Gegen 1500 Uhr machten wir uns dann bereit für den Rückweg. Das Wetter war immer noch traumhaft und würde auch noch bis zum Abend so bleiben. Nachdem wir sehr unkompliziert und zügig die Starterlaubnis erhalten hatten, flogen wir via Meldepunkt “November” wieder in Richtung Konstanz und von da via Wil und Rickenpass zurück nach Wangen-Lachen. Dabei nutzten wir das herrliche Wetter für etwas Training: Eine Notlandeübung, Steilkurven und Anflüge ohne Motorleistung, sogenannte “Power Idle Approaches”.

Der Flug nach Friedrichshafen und der Besuch der Aero sind definitiv ein Highlight für jeden Piloten. Das Ganze ist äusserst unkompliziert geregelt, wer einen Slot hat, kann bei entsprechendem Wetter absolut stressfrei die Messe besuchen und sich einen Tag lang dem Fliegervirus hingeben. Diese Reise ist absolut empfehlenswert und ich empfehle jedem, der eine Pilotenlizenz hat, den Trip mal zu machen! Ich jedenfalls hoffe, auch nächstes Jahr wieder an die Aero fliegen zu können! Wer kommt mit?

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