Flug 1.3: Fluglagen 2

Thema

  • Steig- und Sinkflug
  • Übergänge (Level Off, Beschleunigungsphase)

Demonstration

  • Veränderung der Sichtreferenzen während den Übergängen
  • Ausgleich der verschiedenen Kräfte

Übungen

  • Rollen, Line Up, Startphase
  • Horizontalflug: Anpassen des Anstellwinkels bei Veränderung der Motorleistung oder der Flügelklappenstellung um die Flughöhe konstant zu halten

Ziele

  1. Eine gewählte Flugrichtung kann mit Hilfe von Sichtreferenzen und der Korrektur des Parallaxenfehlers eingehalten werden
  2. Das Flugzeug ist in jeder Phase des Fluges stabilisiert und druckfrei ausgetrimmt

Vorbereitung: Online

Bevor wir uns spezifisch auf den Flug 1.3 vorbereiten, gibt es ein paar Dinge zu erledigen, die nicht direkt im Zusammenhang mit dem Flug stehen, aber für den weiteren Verlauf der Ausbildung unentbehrlich sind:

  1. Komplettieren der Expanded Checklist
  2. Vx & Vy auswendig lernen
  3. Taxi Check üben
  4. Startverfahren üben

Komplettieren der Expanded Checklist

Bei deinem letzten Termin solltest du eine “Expanded Checklist” erhalten haben. Während wir die “normale” Checkliste nicht bearbeiten, ist die Expanded Checklist dazu da, dass du dir darin aufschreiben darfst, was auch immer du für den Betrieb des Flugzeuges benötigst. Das heisst, in der Expanded Checkliste erläuterst du die normale Checkliste für deinen Gebrauch. Zuerst muss die Expanded Checkliste an dein Flugzeug angepasst werden. Du findest die Vorlagen dazu hier:

Übertrage die Anpassungen, welche du auf dem PDF der Expanded Checklist siehst, in deine persönliche Expanded Checklist, so dass sie identisch sind. So hast du den Anfang gemacht und kannst während der Ausbildung alles hinzufügen, was du zusätzlich benötigst.

Vx und Vy auswendig lernen

Als Pilot wirst du einige Geschwindigkeiten auswendig lernen müssen. Die ersten, mit denen wir beginnen, sind die Geschwindigkeit für den besten Steigwinkel (Vx) und die Geschwindigkeit für die beste Steigrate (Vy). Du findest diese auf der letzten Seite der Checkliste (ausserdem hast du sie bereits mehrfach in die Expanded Checklist übertragen).

Vx = 60 kts

Vy = 67 kts

Auf der vierten Seite der Checkliste für die Cessna 152 finden sich die wichtigsten Geschwindigkeiten wie z. B. Vx und Vy.

Auf der vierten Seite der Checkliste für die Cessna 152 finden sich die wichtigsten Geschwindigkeiten wie z. B. Vx und Vy.

Taxi Check üben

Beim ersten Anrollen nach dem Motorstart werden mit dem Brake Check die Bremsen auf ihre Funktionalität überprüft. Danach werden – sobald es beim Rollen die Platzverhältnisse zulassen – während einer Kurve die Kreisel Instrumente (Gyro Instruments) überprüft. Beide Verfahren siehst du in folgendem Video:

Startverfahren üben

Nachdem das Flugzeug auf der Piste steht, also der sogenannte “Line-Up” gemacht ist, erfolgt der Start (Takeoff) nach folgendem Verfahren:

  • Reference Point DEFINED (Definieren eines Fernrichtpunktes)
  • Runway ## IDENTIFIED
  • Gyro SET TO RUNWAY HEADING ###
  • Controls NEUTRAL
  • Brakes RELEASED
  • Full Power

Die ersten Starts wirst du ohne Überprüfen der Leistung und der Geschwindigkeitsanzeige durchführen, damit du dich auf das Halten der Pistenachse konzentrieren kannst. Später kommt dann folgendes hinzu, sobald das Flugzeug rollt:

  • Power CHECKED
  • Speed RISING
  • 50 kts
  • ROTATE

Bei Erreichen der Rotationsgeschwindigkeit (Vrotate), wird mit beiden Händen am Steuerhorn gezogen und das Flugzeug hebt ab. Die Vrotate ist bei den meisten Single Engine Piston (SEP) Flugzeugen rund 10 Knoten tiefer als Vx, also für die Cessna 152:

Vrotate = 50 kts

Wie du solche Procedures und später auch Checks am besten übst, kannst du hier nachlesen. Der gesamte Start bis und mit dem Climb Check sind in folgendem Video beschrieben:

Übergänge

Einen stabilen Steig- oder Sinkflug zu halten, erfordert nicht allzu viel Übung, und du wirst es schnell lernen. Etwas schwieriger und wichtiger sind jedoch die Übergänge zwischen Horizontal-, Steig- und Sinkflug. Sie müssen strukturiert erfolgen, damit das Flugzeug nach erfolgtem Übergang in einer stabilen Lage ist. Bei jedem Übergang müssen drei Änderungen vorgenommen werden, wobei die Reihenfolge je nach Art des Überganges ändert:

  • A – Attitude (Anpassen der Fluglage)
  • P – Power (Anpassen der Leistung)
  • T – Trim (Austrimmen des Flugzeuges)

oder

  • P – Power
  • A – Attitude
  • T – Trim

Das Austrimmen des Flugeuges wird immer am Ende des Überganges gemacht. Man stellt damit sicher, dass die geänderte Lage sauber und ohne Steuerdruck gehalten werden kann. Ob zuerst die Attitude (Fluglage) oder das Powersetting (Leistung) geändert wird, hängt davon ab, ob mehr oder weniger Leistung benötigt wird. Als Grundregel gilt:

  • Wenn die Nase nach oben kommt, braucht es mehr Leistung, also wird zuerst die Leistung erhöht (P) und danach die Fluglage (A) angepasst.
  • Wenn die Nase nach unten geht, braucht es weniger Leistung, also wird zuerst die Fluglage angepasst (A) und danach die Leistung (P) gesetzt.
Wenn die Nase für den Übergang hochgenommen wird (Zug am Höhensteuer), gibt man zuerst Power (P). Wenn die Nase nach unten geht (Stossen am Höhensteuer) wird zuerst die Lage geändert (A) und dann die Leistung angepasst (P).

Wenn die Nase für den Übergang hochgenommen wird (Zug am Höhensteuer), gibt man zuerst Power (P). Wenn die Nase nach unten geht (Stossen am Höhensteuer) wird zuerst die Lage geändert (A) und dann die Leistung angepasst (P).

Dabei benutzen wir für die C152 folgende “Powersettings”:

  • Cruise: 2’400 RPM
  • Climb: Full Power
  • Descent: 2’100 RPM

Die einzelnen Übergänge sehen also wie folgt aus:

Beim Übergang vom Horizontal- in den Steigflug wird zuerst die Leistung auf "Full Power"erhöht und dann die Nase hochgezogen. Aufgrund des starken Slipstreams (siehe GuV Kapitel 7.3.2) muss der Kugel etwas höhere Beachtung geschenkt werden. "Kick the Ball", also den Druck aufs Pedal auf der Seite erhöhen, in welche die Kugel ausschlägt.

Beim Übergang vom Horizontal- in den Steigflug wird zuerst die Leistung auf “Full Power”erhöht und dann die Nase hochgezogen. Aufgrund des starken Slipstreams (siehe GuV Kapitel 7.3.2) muss der Kugel etwas höhere Beachtung geschenkt werden. “Kick the Ball”: Den Druck aufs Pedal auf der Seite erhöhen, in welche die Kugel ausschlägt.

Beim Übergang vom Steig- in den Horizontalflug wird zuerst die Nase heruntergenommen und danach die Leistung reduziert. Bei diesem Übergang ist es enorm wichtig, dass sich das Flugzeug vor dem Trimmen stabilisiert hat. Das heisst, Geschwindigkeit und Höhe müssen zuerst konstant sein!

Beim Übergang vom Steig- in den Horizontalflug wird zuerst die Nase heruntergenommen und danach die Leistung reduziert. Bei diesem Übergang ist es enorm wichtig, dass sich das Flugzeug vor dem Trimmen stabilisiert hat. Das heisst, Geschwindigkeit und Höhe müssen zuerst konstant sein!

Beim Übergang vom Horizontal- in den Sinkflug wird zuerst die Nase etwas nach unten gelassen und danach die Leistung angepasst.

Beim Übergang vom Horizontal- in den Sinkflug wird zuerst die Nase etwas nach unten gelassen und danach die Leistung angepasst.

Bevor beim Übergang vom Sink- in den Horizontalflug die Nase hochgenommen wird, muss sichergestellt werden, dass dem Flugzeug genügend Leistung zur Verfügung steht. Deshalb wird zuerst die Leistung erhöht und dann die Fluglage angepasst.

Bevor beim Übergang vom Sink- in den Horizontalflug die Nase hochgenommen wird, muss sichergestellt werden, dass dem Flugzeug genügend Leistung zur Verfügung steht. Deshalb wird zuerst die Leistung erhöht und dann die Fluglage angepasst.

Besonders beim Steigflug muss darauf geachtet werden, dass die Kugel mit Hilfe des Seitensteuers in der Mitte gehalten wird. Als Regel gilt: “Kick the Ball!”: Wenn die Kugel nach rechts ausschlägt, muss der Druck auf das rechte Pedal erhöht werden, bis die Kugel wieder in der Mitte ist. Wichtig ist, dass während dieser Korrektur die Flügel horizontal gehalten werden. Also: Während der Korrektur der Kugel hinaus auf den Fernrichtpunkt schauen!

Ein wichtiger Punkt ist auch, dass man vor dem Trimmen genügend lange wartet. Die Geschwindigkeit, die Lage und im Fall eines Horizontalfluges die Höhe müssen unbedingt stabil sein, bevor das Flugzeug ausgetrimmt wird. Es empfiehlt sich, am Anfang der Ausbildung auf zehn zu zählen, bevor man die Fluglage austrimmt. Vorher wird mit ein bis zwei Drehungen am Trimmrad höchstens etwas Druck weggenommen, aber keinesfalls bereits getrimmt.

Gehe diese Übergänge im Kopf durch und übe sie, bis du vor einem Übergang nicht mehr zögern musst und du genau weisst, was du machen sollst!


Vorbereitung: GuV / Lernprogramm SPHAIR

  • Rollen / Bodenoperation
    • GuV, Kapitel 5
    • SPHAIR, Kapitel 5
    • Taxi Procedures: In Wangen-Lachen verwenden wir keine Taxi Lights. Wir machen aber ganz bewusst beim ersten Anrollen die Bremsprüfung.
  • Der Startlauf (Take Off Run)
    • GuV, Kapitel 12.4
    • SPHAIR, Kapitel 12.4
  • Stabilisierung des Anfangs-Steigfluges
    • GuV, Kapitel 12.5
    • SPHAIR, Kapitel 12.5
  • Sinkflug
    • GuV, Kapitel 8
    • SPHAIR, Kapitel 8
    • Wahl der Sinkfluggeschwindigkeit: Va und Vno werden später behandelt
    • Die Descent Calculation ist Thema von Stufe 5
    • Verschiedene Sinkflüge: Wir machen meist RATE CONTROLLED DESCENTS mit vorgegebener Triebwerkleistung. Der Sinkflug mit konstanter Sinkrate und konstanter Geschwindigkeit ist Thema von Flug 1.6

SPHAIR-Simulationen

  • Airspeed Indicator
  • Climb Symmetry
  • Sinkflug Grenzwerte
  • Trim
  • Übergang in den Steigflug
  • Level Off aus dem Steigflug
  • Übergang in den Sinkflug
  • Level Off aus dem Sinkflug

Flugprogramm

  • Einführung:
    • Expanded Checklist
    • Vx / Vy
    • Startverfahren
    • Übergänge
  • D: Fluganmeldung
  • D: Aushangarieren, Outside Check, Tanken
  • Ü: Sitzeinstellung
  • Ü: Arbeiten mit Checkliste bis und mit Check Before Departure
  • Ü: Rollen
  • Ü: Line Up
  • Ü: Takeoff
  • D: Ausflug in den Übungsraum
  • D: Level Off
  • Ü: HASELL
  • Ü: Lookout
  • A: Horizontaler Geradeausflug
  • Ü: Trimmen
  • Ü: Leistungskontrollierter Horizontalflug mit
    • unterschiedlicher Leistung
    • unterschiedlichen Konfigurationen
  • D: Übergänge
  • Ü: Übergänge
  • D: Anflug & Landung
  • Ü: After Landing Check
  • Ü: Rollen zur Parkposition
  • D: Engine Shut Down & Parking
  • D: Putzen & Hangarieren

Skizze

Übung Übergänge


Fragen

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