GO / NO GO Kriterien

Um die Entscheidungsfindung für das Durchführen eines Fluges einfacher zu machen, wirst du beim Briefing relevante Informationen beurteilen und diese farblich markieren. Für die “GO / NO GO Kriterien” verwenden wir folgenden Farbcode:

  • Grün: keine Einschränkungen
  • Rot: kein Flug möglich bzw. starke Einschränkungen, die Programmänderungen nötig machen
  • Gelb: Informationen zu Dokumenten und Gültigkeiten

Falls du mit Papier arbeitest: Organisiere Leuchtstifte in diesen Farben, damit du die Meteo-Dokumente entsprechend bearbeiten kannst. Falls du papierlos unterwegs bist, organisiere dir ein Programm, welches das Markieren von PDF-Dokumenten ermöglicht (auf iPad beispielsweise GoodReader oder Files) Um diesen Farbcode anwenden zu können, muss man für den geplanten Flug die Minima/Maxima für folgendes festlegen:

  • Wolkenhöhe
  • Sicht
  • Wind

Wolkenhöhe

Wie hoch die Wolken sein müssen um einen Flug durchzuführen, hängt vom geplanten Flug ab. Du musst darum wissen, wie hoch du MINDESTENS fliegen können musst, um der geplanten Route zu folgen. Dabei ist der höchste überflogene Punkt oder Pass entscheidend. Hier ein paar Beispiele

  • Platzrunden in Wangen-Lachen: Mindestflughöhe 2’500 ft/msl
  • Flug Wangen – Grenchen: Mindestflughöhe 3’500 ft/msl (Hirzel und Mittelland)
  • Flug von Wangen nach Samedan via Julierpass: Mindestflughöhe 8’500 ft/msl (Passhöhe Julier: 7’493 ft/msl)

Dabei beurteilst du alle Wolken ab ⅜ bzw. SCT (Falls das für dich neu ist: eine Erklärung folgt in den nächsten Lektionen!): Ab dieser Wolkendichte ist ein Umfliegen der einzelnen Wolken nicht mehr möglich. Falls solche Wolken tiefer als deine Mindestflughöhe liegen, werden diese in den Dokumenten rot markiert. Praktische Beispiele dazu findest du in den nächsten Lektionen.

Je nachdem wie dicht die Wolken sind, wird das Fliegen schwierig oder gar unmöglich. Links sind ein bis zwei Achtel (1-2/8) des Himmels bedeckt: Ein Umfliegen der Wolken ist problemlos möglich. Rechts sind drei bis vier Achtel (3-4/8) bedeckt: Die geplante Route kann bei dieser Bewölkung unter Umständen bereits unmöglich sein.

Sicht

Bei der Sicht gibt es grundsätzlich zwei Faktoren zu berücksichtigen: Einerseits muss der Flug legal sein (unterschiedliche Mindestsichten je nach Luftraum), andererseits musst du als Pilot bei der entsprechenden Sicht auch fliegen können (und dich dabei wohl fühlen). Grundsätzlich empfiehlt es sich, mit einer Mindestsicht von 8 km zu beginnen. Sobald du etwas Erfahrung gesammelt hast, kannst du gewisse Routen auch bei schlechterer Sicht fliegen, da du die Gegend bereits kennst. Vielleicht fliegst du auch schon länger und hast bereits ein gutes Gefühl, welche Sichtweiten du für diverse Routen benötigst. Wichtig ist, dass du für dich und den geplanten Flug eine Mindestsicht bestimmst. Falls du mal eine Vorstellung der Sicht von 8 und 1.5 km erhalten möchtest: Der Hallwilersee ist ziemlich genau 8 x 1.5 km gross! (Womit du auch schon eine Idee hast, wo dein nächster Flug hinführen könnte.)

Der Hallwilersee ist ziemlich genau 8 x 1.5 km gross. Schau dir den See beim nächsten Flug mal genauer an, um dir ein Bild dieser Sichtweiten machen zu können!

Wind

Die Windstärke ist vor allem für die Landung entscheidend. Bei wie viel Wind und Böen du noch ohne Probleme landen kannst, ist sehr individuell. Während deiner Ausbildung bekommst du aber ein gutes Gespür dafür. Trotzdem ist es sinnvoll festzuhalten, bei welchen Windstärken, Böen und Seitenwinden du schon gelandet bist. So kannst du entscheiden, ob der vorhergesagte Wind mit deinen aktuellen Fähigkeiten übereinstimmt.

GO / NO GO Kriterien zusammenfassen

Alle oben gemachten Überlegungen werden für jeden Flug zusammengefasst und aufgeschrieben. Für einen Flug von Wangen nach St. Gallen Altenrhein via Rickenpass, Wil und Reporting Point Z könnte dies zum Beispiel so aussehen:

  • Mindestflughöhe 4’600 ft (Rickenpass 3’605 ft)
  • Mindestsicht 8 km
  • Maximale Gegenwindkomponente 15 kt
  • Maximale Seitenwindkomponente 5 kt

Diese “GO / NO GO Kriterien” sind die harten Limiten für das nun folgende Meteobriefing: Alles was schlechter ist, wird rot gekennzeichnet. Alle darüber liegenden Werte werden grün markiert.

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